Kätzchen nach mehreren Tagen aus Entwässerungsrohr gerettet

Es gibt Leute, die Katzen lieben, und dann gibt es solche, die bereit sind, in einen Abwasserkanal zu kriechen, um einen zu retten, den sie noch nie getroffen haben.

„Ich wurde mit Abwasser bedeckt, das war mir egal, ich liebe Katzen“, sagte die 21-jährige Jackie Gallea nur wenige Minuten, nachdem sie aus einem Abwasserkanal gekrochen war, um ein Kätzchen zu retten, das beinahe eine Woche in einer Röhre gefangen war.

Sie packte die schüchterne Katze, die jetzt liebevoll „Piper“ genannt wurde.

„Ich bin erleichtert, dass diese Katze gefunden wurde“, sagte Melody Zunker.

Sie arbeitet in einem Geschäft in einer Einkaufspassage in Waconia und hörte erst sechs Tage zuvor Pipers Schreie.

„Es war nervenaufreibend zu überlegen, wie man diese Katze rausholen könnte“, sagte sie

Die Polizei konnte nicht helfen, also hat sie sich auf Social Media gestützt.

„Jemand hat einen Beitrag geposted, den Melody von Great Clips gepostet hat, und er ist einfach herumgekommen“, sagte Char Gruber, ein weiterer Katzenliebhaber.

Ein paar Tage später tauchte Gruber auf und ging zu ihren Tierrettungsfreunden, was zu Liz Gigler führte.

„Ich mache das seit 2004, und du bekommst die ganze Zeit Katzen in Abflussrohren, Abwasserkanälen, aber du hebst den Kanaldeckel hoch und sie ist da“, sagte Gigler, Direktor von Rescue Pets Are Wonderful in Blaine.

Leider reichte es nicht aus, einfach nur in die Röhre zu greifen, die breit genug war, um einen Arm zu fassen. Gigler sagte, sie würde Katzenfutter an ihrer Hand reiben und es füttern können, aber herauszufinden, wie man das Tier befreien könnte, wurde von Tag zu Tag schwieriger.

Währenddessen wurde eine Facebook-Gruppe namens „Piper the Kitty Trapped in the Drain Information Page“ erstellt. Ein Netzwerk von mehr als 300 Leuten schloss sich der Gruppe an, hoffte auf Updates und tauschte Ideen aus, wie man Piper retten kann.

Es wurde auch eine GoFundMe-Seite erstellt, die mehr als 2500 Dollar an Spenden erhielt, um der Sache zu helfen.

Als die Geschichte im Internet an Fahrt gewann, erfasste die lokale Firma Sewer Services Wind und spendete ihre Manpower und ihr Know-how an die Mission.

„Ich dachte nicht, dass es so kompliziert sein würde, aber wir haben uns gedacht, dass wir bei der Erkundung des Abwasserkanals helfen können und wie alles zusammenhängt und auf diese Weise helfen“, sagte Besitzer Josh Swedlund.

Mit Hilfe einer Push-Kamera fanden sie einen Plan, um die Rohre mit Wasser zu spülen und das Kätzchen zu weiteren Rettern zu führen, die am Ende eines größeren Rohrs in einer etwa sechs Fuß tiefen Kanalisation warteten. Ohne zu zögern sprang Gallea ein und lockte mit ihrer Stimme Kätzchen auf sie zu.

„Ich kann nicht glauben, dass ich es war, der es erwischt hat und nicht all diese Leute, die du kennst, sie sind eigentlich hier, um Tiere zu retten, so wie es ihre Aufgabe ist“, sagte Gallea.

Während der sechs Tage versuchten verschiedene Freiwillige, von Feuerwehrleuten bis hin zu Katzenliebhabern, den Piper zu retten. Gigler sagte, dass die Katze noch ein bisschen länger überlebt hätte, weil Essensreste in das Rohr fielen und Heizschlangen darin installiert waren. Sie befürchtete jedoch, dass es für seine Umgebung irgendwann zu groß geworden wäre und die Kälte des Winters gekommen wäre. Sie sagte, aufgeben sei keine Option.

„Wenn ich nach Hause gehen würde, könnte ich nachts nicht schlafen und denken, dass wir sie einfach verhungern lassen“, sagte sie.

Diejenigen, die die GoFundMe-Seite erstellt haben, sagten, dass die Leute ihre Spenden zurückerstatten lassen können, wenn sie wollen, andernfalls wird das Geld an lokale Tierheime abgegeben.

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Wie viel geben Lehrer für Unterrichtsmaterialien aus?

Es ist unvermeidlich. Jedes Jahr müssen amerikanische Lehrer ihr privates Geld verwenden, um Dinge wie Hefte, Taschentücher und Bleistifte für ihre Schüler zu kaufen.

Diese Unausweichlichkeit ist sogar in der Abgabenordnung verankert, die Pädagogen einen Abzug von 250 Dollar für angemessen hält. Als die Republikaner Ende letzter Woche ihre große Steuerreform durchsetzten, beschlossen sie, diesen Abzug beizubehalten. Also dachten wir, wir würden gerne die Lehrer fragen, wieviel von ihrem eigenen Geld sie jedes Jahr ausgeben.

Die Antwort: mehr als 250 $.

Erin Craddock, eine Lehrerin der vierten Klasse in Virginia sagt, dass sie mehr als 300 Dollar pro Jahr für Dinge wie Bücher, Bücherregale, Ordner, Organisationstabletts, Pocketcharts, Bastelpapier und Handdesinfektionsmittel ausgibt.

Viele Lehrer sagten uns, dass sie so viel wie $ 1.000 pro Jahr ausgeben, einschließlich Heather Lyke.

Steve Peterson, ein pensionierter Lehrer der fünften Klasse in Iowa, lehrte seit mehr als 20 Jahren und gab bis zu 1.000 Dollar pro Jahr aus.

„Als Theaterpädagogin gebe ich mindestens 600 Dollar für Vorräte, Requisiten und Drehbücher aus“, sagt Becky Solomon, eine Highschool-Dramalehrerin in Chicago.

Dies ist ein naheliegender, aber wichtiger Punkt: Wie viel ein Lehrer ausgibt, hängt sehr davon ab, was und wen er unterrichtet.

Kindergarten Klassenräume, zum Beispiel, benötigen eine unerschöpfliche Versorgung von Buntstiften und Handdesinfektionsmittel, während ein High School Biologielehrer die Ausgaben mit einer Bestellung von Leopardenfröschen maximiert.

Gregg Rutter unterrichtet Mathe und fortgeschrittenes Englisch und betreibt ein MINT-Labor in Minnesota. Er sagt, dass er ungefähr 2.000 Dollar pro Jahr für Unterrichtsmaterial und Projektvorräte, einschließlich Roboter und andere technische Ausrüstung ausgibt.

Ganz gleich, um welche Klasse es sich handelt, Lehrer in Schulen mit hoher Armut, wo Familien weniger Geld zum Leben haben, finden sich oft noch tiefer in ihre eigenen Taschen – um, wie von Lyke erwähnt, zusätzliche Nahrung für ihre Schüler und Kleidung zu kaufen.

Das US-Finanzministerium schätzt, dass im Steuerjahr 2016 der Abzug der Ausgaben für Klassenzimmer den Bund mit Steuereinnahmen in Höhe von etwa 210 Millionen US-Dollar belastet. In einer Umfrage von Scholastic, einer Verlags- und Medienfirma, wurde festgestellt, dass Schulleiter im Durchschnitt 683 Dollar ihres eigenen Geldes ausgegeben haben, während Lehrer 530 Dollar ausgegeben haben – und Lehrer in Schulen mit hohem Armutsanteil fast 40 Prozent mehr ausgegeben haben.

Rachel Fielhauer, eine Lehrerin der fünften Klasse in Ohio, sagt, dass sie jährlich bis zu 1.000 Dollar für ihre Schüler ausgibt. Manchmal helfen Eltern, die Kosten zu decken, indem sie Vorräte spenden, sagt sie, aber es ist oft nicht genug. Und Fielhauer besteht darauf, dass sie auch ohne den Abzug von 250 Dollar weiter ausgeben würde.

„Die Steuerabschreibung ist schön zu erkennen, was Pädagogen ausgeben“, sagt sie, „aber ich werde weiterhin ausgeben, da es das ist, was meine Schüler brauchen.“

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Interview mit einem Paartherapeuten

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Wir sprachen mit Marc Katzenburg, Psychologischer Psychotherapeut in Köln und die Arbeit mit Paaren und den Ablauf einer Paarberatung in seiner Praxis in Köln Rodenkirchen

Was bedeutet dieser Name für ihre Beratungstätigkeit?

Ich bin überzeugt davon, dass wir verschiedene Konzepte brauchen, wenn wir uns einer Aufgabe stellen wollen. Im Job ist es selbstverständlich, dass ein Konzept für die verschiedenen Projekte, im Team erarbeitet wird. Ein Konzept für sein privates Leben ist umso wichtiger, da die Projekte Partnerschaft und Familie von größter Bedeutung für den Menschen sind. Es gibt viele Methoden der Therapie

Wann macht eine Eheberatung (Ehe-therapie) überhaupt Sinn?

Wichtig ist, dass das Paar Gefühle für einander noch hat, sich also liebt. Fehlende Liebe kann kein Paartherapeut erschaffen.

Muss ein Paarcoaching sich über viele Termine hin erstrecken?

Nein, ganz und gar nicht. Eine effektives Paarcoaching kann bereits nach 5 – 6 Sitzungen sehr gute Früchte tragen und das Leben in der Partnerschaft bzw. in der Familie wieder lebenswert erscheinen lassen.

In welche Bereiche des persönlichen Lebens, reicht eine Paarberatung / Eheberatung noch hinein?

Oft werden sehr persönliche Bereiche,neben der Eheberatung wie die Sexualberatung / Sexualtherapie mit einbezogen. Ich berate auch so genannte Bikulturelle-Paare. Also Paare, die aus verschiedenen Kulturkreisen stammen und aufgrund dessen andere (zusätzliche) Probleme in ihrer Ehe / Partnerschaft erleben.

Da ich auch als Dozent die Ausbildung zum Kinder-Jugend- und Familientherapeut, bei den Paracelsus-Schulen für Naturheilkunde und Psychologie durchführe, berate ich natürlich nicht nur Paare, sondern oft auch ganze Familien. Eine Besonderheit stellen so genannte Patchworkfamilien dar. Also Familien, die nicht alle biologisch miteinander verwandt sind, sondern durch neue Beziehungen / Eheschließungen zur Familie erst werden.

Haben diese Patchworkfamilien Vor der Eheberatung auch besondere Problemfelder im Alltag?

Natürlich ist ein Zusammenleben von Familienmitgliedern unter einem Dach, die sich erst seit kurzer Zeit näher kennen besonders Konflikt trächtig. Hier braucht es viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen in der Beratung. Die Eheberatung Köln wirbt mit einem systemischen  Ansatz in der Beratung.

Was hat es mit einer Systemischen Beratung im Gegensatz zu einer herkömmlichen Beratung auf sich?

In einer systemischen Paartherapie wird verstärkt auf die Herkunftsfamilie und auf weitere soziale Systeme, wie Schule, Berufsausbildung etc. geachtet.

Viele Ressourcen aber auch viele Probleme haben ihre Wurzeln in der Vergangenheit des  Klienten / der Klientin. Diese verborgenen Schätze oder Fallstricke werden genutzt, um dem Paar oder der Familie Kausalitäten aufzuzeigen und auch um Lösungswege zu kreieren.

Wie kommt man mit Ihnen in Kontakt?

Ringstraße 24
50996 Köln-Rodenkirchen

Telefon: 0157 73072900

E-mail: post@psychotherapie-katzenburg.de

Ein neuer Lebensabschnitt

Hefte, Stifte und Zuckertüten – I dötzchen Alarm

In der letzten Ferienwoche haben Görlitzer Schreibwarenläden Hochkonjunktur. Einer zieht in diesen Tagen sogar noch um.

grundschule

Grundschule

Lange dauert es nicht mehr: Nächste Woche beginnt in den Landkreisen Görlitz und Bautzen für rund 48 000 Kinder und Jugendliche an Schulen öffentlicher Träger das neue Schuljahr. Darunter sind laut Prognosen der Bildungsagentur Bautzen rund 5 000 Erstklässler. Etwa 4 300 Kinder starten in die fünfte Klasse, wechseln also auf ein Gymnasium oder eine Oberschule. Und sie alle brauchen in der kommenden Woche neue Hefte, Stifte und andere Schreibwaren. Der Görlitzer Fachhandel ist darauf vorbereitet.

Zum Beispiel das Geschäft von Kerstin Kraunus am Obermarkt, das Schulbedarf anbietet, aber gleichzeitig auch Geschenkeladen und Annahmestelle für Lottoscheine ist. Dieses vielfältige Konzept ergänzt die geschäftstüchtige Inhaberin aus Hilbersdorf noch um einen besonderen Service für Grundschulen. Insgesamt neun solcher Bildungseinrichtungen in und um Görlitz beliefert sie einmal im Jahr mit Blöcken und Heften in Klassensätzen. Die Lehrerinnen sammeln von den Schülern dann das Geld ein. Die Eltern müssen sich nicht darum kümmern, welches Material ihre Kinder brauchen – das sei nämlich gar nicht so einfach, erzählt Kerstin Kraunus: „Es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Lineaturen.“ Denn je nach Fach und Klassenstufe brauchen die Kinder liniertes oder kariertes Schreibpapier in den verschiedensten Ausführungen.

Durch Mengenrabatt bei der Lieferantin ist das Modell für die Eltern zusätzlich günstig. Und für Kerstin Kraunus lohnt es sich, weil ihr so ein bestimmter Absatz garantiert ist. Schon seit 15 Jahren funktioniert dieser Lieferservice. „Als mein Sohn in die Schule am Fischmarkt gekommen ist, hat sich das so ergeben“, erinnert sie sich. Ihr Geschäft hatte sie drei Jahre zuvor am Reichenbacher Turm eröffnet. Auch die Grundschulen in Markersdorf und Schöpstal nutzen diese Möglichkeit mittlerweile. Privatkunden können ihre Schulzeuglisten im Laden abgeben und das Benötigte als fertiges Paket abholen oder sich immer zum Wochenbeginn die Bücher einschlagen lassen.

Für die Kunnersdorferin Hjørdis Kalke hat die Woche ziemlich anstrengend begonnen. Sie hat das Geschäft „Schøn und gut“ nur einige Meter weiter auf der Brüderstraße gehabt. Dort hat sie besondere, teurere Schreibwaren, Holzspielzeug und Bastelpapier. Doch zum Beginn des Monats ist sie mit dem Laden umgezogen. Der Weg ist zwar nicht weit, gerade um die Ecke am Klosterplatz, aber der Aufwand doch groß. Nun bauen sie und ihre Mitarbeiterinnen noch an der Theke, stellen Regale auf und packen Kisten aus. Noch in dieser Woche, spätestens am 3. August, soll alles fertig sein. „Wir verkaufen aber auch jetzt schon wieder“, erzählt Hjørdis Kalke, „mit Notizzetteln und Quittungsblock.“ Denn die Kasse ist noch nicht wieder aufgebaut.

Dass der Umzug genau jetzt in der letzten Ferienwoche über die Bühne geht, habe sich so ergeben. Die Geschäftsräume am Klosterplatz 1 sind noch nach ihren Wünschen umgebaut worden. Früher ist hier das Ayurveda-Massagestudio Maharani gewesen. Der bisherige Vermieter in der Brüderstraße sei so kulant gewesen, die Kündigungsfrist zu verkürzen, berichtet sie.

Eine Spezialität des kleinen Geschäfts sind Zuckertüten. Dazu können Eltern entweder zu bestimmten Terminen in den Laden kommen und gemeinsam für ihre zukünftigen Erstklässler basteln. Oder sie lassen sich von den Mitarbeiterinnen eine Tüte gestalten. Dazu bringen die Eltern häufig ihre eigenen Vorstellungen auf Skizzen mit, erzählt Silke Beischmidt. Sie ist im vergangenen Jahr auf eine ganz besondere Idee gekommen: Sie näht eine Zuckertüte aus Stoff, dem ein Papprohling die Form gibt. Nach der Einschulung wird dieser durch Füllwatte ersetzt – und das Ganze wird zum Kuschelkissen.

Quelle: sz-online.de

Ein cooles Hobby an der Angel

Die Kinder von heute leben in einer digitalisierten Welt und verlernen immer mehr das Leben aus der Zeit VOR dem Smartphone, dem Tablet und der Videospielkonsole.
Da früher zwar nicht alles besser, aber auch bei weitem nicht alles schlechter war, ist es daher umso wichtiger, ab und an den Kindern & Jugendlichen der aktuellen Generation die Aktivitäten und Beschäftigungen „von damals“ näher zu bringen. Zumal viele vermeintlich „altmodische“ Freizeitaktivitäten auch heute noch total cool sind und Spaß für Jung UND Alt bringen.

Es lohnt sich einfach, auch mal wieder Zeit „draußen“ zu verbringen, mal im Garten spielen. „Angeln“ z.B. ist so ein Aktivität, die Kindern Spaß macht, Ruhe vermittelt und gewisse Motoriken in Gang setzt bzw. trainiert.

Etwa 140 000 Freizeit-Fischer gibt es in Niedersachsen. Sie kümmern sich um Artenschutz, züchten bedrohte Fischarten, säubern Uferzonen von Müll.

„Manchmal verbringe ich ein ganzes Wochenende mit meinen Freunden im Zelt am Angelsee“, sagt Tim (16). „Das ist richtig abenteuerlich, und man ist viel achtsamer mit der Natur.“

WARTEN, BIS EIN FISCH BEISST – IST EUCH DAS NICHT ZU LANGWEILIG?

Jan-Henrik (13), der sich auf Karpfen spezialisiert hat, klärt auf: „Ich stehe unter Adrenalin, hab richtig Bauchkribbeln!“ Beißt einer? Wie groß ist er? Schafft er es, ihn an Land zu ziehen? Der Fang wird vermessen, gewogen, oft wieder zurück ins Wasser geworfen.

Angeln ist nicht nur Glückssache: Jan-Henrik geht strategisch vor. Schon Tage vorher schaut er sich ein neues Gewässer genau an. Tiefen, Sandbänke, flache Zonen. Den dicksten Fisch aber zog sein Bruder an Land: „Einen 11-Kilo-Karpfen – das war ein ganz schön harter Brocken…“

All das sind Erfahrungen und Erlebnisse, die einem kein Videospiel vermitteln kann, sondern die selbst in der Natur erlebt werden müssen.

Quelle: Bild.de
Bildquelle: Pixabay.com

Gemälde zieren den Gartenzaun

Es ist sicherlich ein ungewöhnlicher Ort für eine Kunstausstellung. 26 sehr bunte Bilder lehnen an einem Gartenzaun gegenüber vom Gautinger Friedhof. So mancher Autofahrer verlangsamt sein Tempo etwas, um genauer sehen zu können, was hier los ist. Der Künstler Groxi nutzt den Umzug seiner Werke von einem Schuppen in ein Depot in Geltendorf, um die Arbeiten wenigsten einen Tag lang im Freien zu präsentieren. Und ein paar Neugierige bleiben auch stehen.

Zum Beispiel Nina Horak mit ihren beiden Kindern. Die Fünfjährige und ihr dreijähriger Bruder erkunden ganz eifrig, was da alles zu sehen ist. In einem Museum dürften sie ja nur schauen, aber nur ja nichts anfassen. Hier schon. Der Maler, der sich „Herr Groxi“ nennt, erlaubt das. Es sind eher grobschlächtige Werke mit massiven Holzrahmen aus zusammengeleimten und mit der Motorsäge bearbeiteten Dachlatten, dick aufgetragene Acryl- oder Dispersionsfarben bilden reliefartige Strukturen und Risse. Zum Schutz wird das Ganze zum Schluss mit einem Klarlackanstrich versehen. Die Bilder halten schon etwas aus. Damit ist die Ausstellung eine tolle Attraktion für Familien mit Kindern.

Entstanden sind die Arbeiten im Freien, gemalt unter einem Apfelbaum im Garten eines kleinen Häuschens am Rand des Grubmühler Feldes zwischen Gauting und Stockdorf. Jetzt reicht der Platz im Lagerschuppen nicht mehr aus, denn Groxi ist zur Zeit ziemlich produktiv. Mehr als hundert Bilder sind in den vergangenen Jahren entstanden. Einige lagern schon in Räumen in Schwabing und bei der Reismühle.

Die Bildsprache ist typisch, wiedererkennbar: bunt, plakativ, kräftig. Immer dominieren frontal abgebildete Figuren, immer sind dicke Punkte darauf, und manchmal sind Spuren der Kettensäge zu erkennen, die der 54-jährige Künstler gerne kreativ einsetzt. „Das ist das große Glück, das bei mir die unmöglichsten Farben immer irgendwie zusammenpassen“, sagt er. Und so geht er eben beherzt ans Werk. Dazu seine unkonventionellen Titel: „Orangendenkerin“ zum Beispiel, „Mandarinenwerfer“ oder „Bananenhörer“. Oder auch: „Käsige Heilige mit entblößten Brüsten“; diese Arbeit wurde inspiriert durch die Schilderung einer Vernissagebesucherin in einem Roman, erzählt Groxi einem Freund, der die für den Umzug bereitgestellte Auswahl begutachtet. Ein anderes Gemälde mit viel blau, schwarz und weiß sollte eigentlich „Junger Schönling mit Zigarette“, heißen, doch es wurde ein Streifenhörnchen draus. Bei der Arbeit an seinen großformatigen, zum Teil mannshohen Bildern verlässt er sich vor allem auf seine Intuition: „Das Bild sagt mir, wann es fertig ist“.

Für den Umzug von Gauting nach Geltendorf hat er einen Transporter ausgeliehen. Eine Gelegenheit, um auf dem Rückweg beim Baumarkt Materialnachschub zu besorgen: Dachlatten, aus denen weitere Bilderrahmen entstehen. Bei der Freiluftausstellung hat sich immerhin auch ein Käufer gefunden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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