Ein neuer Lebensabschnitt

Hefte, Stifte und Zuckertüten – I dötzchen Alarm

In der letzten Ferienwoche haben Görlitzer Schreibwarenläden Hochkonjunktur. Einer zieht in diesen Tagen sogar noch um.

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Grundschule

Lange dauert es nicht mehr: Nächste Woche beginnt in den Landkreisen Görlitz und Bautzen für rund 48 000 Kinder und Jugendliche an Schulen öffentlicher Träger das neue Schuljahr. Darunter sind laut Prognosen der Bildungsagentur Bautzen rund 5 000 Erstklässler. Etwa 4 300 Kinder starten in die fünfte Klasse, wechseln also auf ein Gymnasium oder eine Oberschule. Und sie alle brauchen in der kommenden Woche neue Hefte, Stifte und andere Schreibwaren. Der Görlitzer Fachhandel ist darauf vorbereitet.

Zum Beispiel das Geschäft von Kerstin Kraunus am Obermarkt, das Schulbedarf anbietet, aber gleichzeitig auch Geschenkeladen und Annahmestelle für Lottoscheine ist. Dieses vielfältige Konzept ergänzt die geschäftstüchtige Inhaberin aus Hilbersdorf noch um einen besonderen Service für Grundschulen. Insgesamt neun solcher Bildungseinrichtungen in und um Görlitz beliefert sie einmal im Jahr mit Blöcken und Heften in Klassensätzen. Die Lehrerinnen sammeln von den Schülern dann das Geld ein. Die Eltern müssen sich nicht darum kümmern, welches Material ihre Kinder brauchen – das sei nämlich gar nicht so einfach, erzählt Kerstin Kraunus: „Es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Lineaturen.“ Denn je nach Fach und Klassenstufe brauchen die Kinder liniertes oder kariertes Schreibpapier in den verschiedensten Ausführungen.

Durch Mengenrabatt bei der Lieferantin ist das Modell für die Eltern zusätzlich günstig. Und für Kerstin Kraunus lohnt es sich, weil ihr so ein bestimmter Absatz garantiert ist. Schon seit 15 Jahren funktioniert dieser Lieferservice. „Als mein Sohn in die Schule am Fischmarkt gekommen ist, hat sich das so ergeben“, erinnert sie sich. Ihr Geschäft hatte sie drei Jahre zuvor am Reichenbacher Turm eröffnet. Auch die Grundschulen in Markersdorf und Schöpstal nutzen diese Möglichkeit mittlerweile. Privatkunden können ihre Schulzeuglisten im Laden abgeben und das Benötigte als fertiges Paket abholen oder sich immer zum Wochenbeginn die Bücher einschlagen lassen.

Für die Kunnersdorferin Hjørdis Kalke hat die Woche ziemlich anstrengend begonnen. Sie hat das Geschäft „Schøn und gut“ nur einige Meter weiter auf der Brüderstraße gehabt. Dort hat sie besondere, teurere Schreibwaren, Holzspielzeug und Bastelpapier. Doch zum Beginn des Monats ist sie mit dem Laden umgezogen. Der Weg ist zwar nicht weit, gerade um die Ecke am Klosterplatz, aber der Aufwand doch groß. Nun bauen sie und ihre Mitarbeiterinnen noch an der Theke, stellen Regale auf und packen Kisten aus. Noch in dieser Woche, spätestens am 3. August, soll alles fertig sein. „Wir verkaufen aber auch jetzt schon wieder“, erzählt Hjørdis Kalke, „mit Notizzetteln und Quittungsblock.“ Denn die Kasse ist noch nicht wieder aufgebaut.

Dass der Umzug genau jetzt in der letzten Ferienwoche über die Bühne geht, habe sich so ergeben. Die Geschäftsräume am Klosterplatz 1 sind noch nach ihren Wünschen umgebaut worden. Früher ist hier das Ayurveda-Massagestudio Maharani gewesen. Der bisherige Vermieter in der Brüderstraße sei so kulant gewesen, die Kündigungsfrist zu verkürzen, berichtet sie.

Eine Spezialität des kleinen Geschäfts sind Zuckertüten. Dazu können Eltern entweder zu bestimmten Terminen in den Laden kommen und gemeinsam für ihre zukünftigen Erstklässler basteln. Oder sie lassen sich von den Mitarbeiterinnen eine Tüte gestalten. Dazu bringen die Eltern häufig ihre eigenen Vorstellungen auf Skizzen mit, erzählt Silke Beischmidt. Sie ist im vergangenen Jahr auf eine ganz besondere Idee gekommen: Sie näht eine Zuckertüte aus Stoff, dem ein Papprohling die Form gibt. Nach der Einschulung wird dieser durch Füllwatte ersetzt – und das Ganze wird zum Kuschelkissen.

Quelle: sz-online.de

Ein cooles Hobby an der Angel

Die Kinder von heute leben in einer digitalisierten Welt und verlernen immer mehr das Leben aus der Zeit VOR dem Smartphone, dem Tablet und der Videospielkonsole.
Da früher zwar nicht alles besser, aber auch bei weitem nicht alles schlechter war, ist es daher umso wichtiger, ab und an den Kindern & Jugendlichen der aktuellen Generation die Aktivitäten und Beschäftigungen „von damals“ näher zu bringen. Zumal viele vermeintlich „altmodische“ Freizeitaktivitäten auch heute noch total cool sind und Spaß für Jung UND Alt bringen.

Es lohnt sich einfach, auch mal wieder Zeit „draußen“ zu verbringen, mal im Garten spielen. „Angeln“ z.B. ist so ein Aktivität, die Kindern Spaß macht, Ruhe vermittelt und gewisse Motoriken in Gang setzt bzw. trainiert.

Etwa 140 000 Freizeit-Fischer gibt es in Niedersachsen. Sie kümmern sich um Artenschutz, züchten bedrohte Fischarten, säubern Uferzonen von Müll.

„Manchmal verbringe ich ein ganzes Wochenende mit meinen Freunden im Zelt am Angelsee“, sagt Tim (16). „Das ist richtig abenteuerlich, und man ist viel achtsamer mit der Natur.“

WARTEN, BIS EIN FISCH BEISST – IST EUCH DAS NICHT ZU LANGWEILIG?

Jan-Henrik (13), der sich auf Karpfen spezialisiert hat, klärt auf: „Ich stehe unter Adrenalin, hab richtig Bauchkribbeln!“ Beißt einer? Wie groß ist er? Schafft er es, ihn an Land zu ziehen? Der Fang wird vermessen, gewogen, oft wieder zurück ins Wasser geworfen.

Angeln ist nicht nur Glückssache: Jan-Henrik geht strategisch vor. Schon Tage vorher schaut er sich ein neues Gewässer genau an. Tiefen, Sandbänke, flache Zonen. Den dicksten Fisch aber zog sein Bruder an Land: „Einen 11-Kilo-Karpfen – das war ein ganz schön harter Brocken…“

All das sind Erfahrungen und Erlebnisse, die einem kein Videospiel vermitteln kann, sondern die selbst in der Natur erlebt werden müssen.

Quelle: Bild.de
Bildquelle: Pixabay.com

Gemälde zieren den Gartenzaun

Es ist sicherlich ein ungewöhnlicher Ort für eine Kunstausstellung. 26 sehr bunte Bilder lehnen an einem Gartenzaun gegenüber vom Gautinger Friedhof. So mancher Autofahrer verlangsamt sein Tempo etwas, um genauer sehen zu können, was hier los ist. Der Künstler Groxi nutzt den Umzug seiner Werke von einem Schuppen in ein Depot in Geltendorf, um die Arbeiten wenigsten einen Tag lang im Freien zu präsentieren. Und ein paar Neugierige bleiben auch stehen.

Zum Beispiel Nina Horak mit ihren beiden Kindern. Die Fünfjährige und ihr dreijähriger Bruder erkunden ganz eifrig, was da alles zu sehen ist. In einem Museum dürften sie ja nur schauen, aber nur ja nichts anfassen. Hier schon. Der Maler, der sich „Herr Groxi“ nennt, erlaubt das. Es sind eher grobschlächtige Werke mit massiven Holzrahmen aus zusammengeleimten und mit der Motorsäge bearbeiteten Dachlatten, dick aufgetragene Acryl- oder Dispersionsfarben bilden reliefartige Strukturen und Risse. Zum Schutz wird das Ganze zum Schluss mit einem Klarlackanstrich versehen. Die Bilder halten schon etwas aus. Damit ist die Ausstellung eine tolle Attraktion für Familien mit Kindern.

Entstanden sind die Arbeiten im Freien, gemalt unter einem Apfelbaum im Garten eines kleinen Häuschens am Rand des Grubmühler Feldes zwischen Gauting und Stockdorf. Jetzt reicht der Platz im Lagerschuppen nicht mehr aus, denn Groxi ist zur Zeit ziemlich produktiv. Mehr als hundert Bilder sind in den vergangenen Jahren entstanden. Einige lagern schon in Räumen in Schwabing und bei der Reismühle.

Die Bildsprache ist typisch, wiedererkennbar: bunt, plakativ, kräftig. Immer dominieren frontal abgebildete Figuren, immer sind dicke Punkte darauf, und manchmal sind Spuren der Kettensäge zu erkennen, die der 54-jährige Künstler gerne kreativ einsetzt. „Das ist das große Glück, das bei mir die unmöglichsten Farben immer irgendwie zusammenpassen“, sagt er. Und so geht er eben beherzt ans Werk. Dazu seine unkonventionellen Titel: „Orangendenkerin“ zum Beispiel, „Mandarinenwerfer“ oder „Bananenhörer“. Oder auch: „Käsige Heilige mit entblößten Brüsten“; diese Arbeit wurde inspiriert durch die Schilderung einer Vernissagebesucherin in einem Roman, erzählt Groxi einem Freund, der die für den Umzug bereitgestellte Auswahl begutachtet. Ein anderes Gemälde mit viel blau, schwarz und weiß sollte eigentlich „Junger Schönling mit Zigarette“, heißen, doch es wurde ein Streifenhörnchen draus. Bei der Arbeit an seinen großformatigen, zum Teil mannshohen Bildern verlässt er sich vor allem auf seine Intuition: „Das Bild sagt mir, wann es fertig ist“.

Für den Umzug von Gauting nach Geltendorf hat er einen Transporter ausgeliehen. Eine Gelegenheit, um auf dem Rückweg beim Baumarkt Materialnachschub zu besorgen: Dachlatten, aus denen weitere Bilderrahmen entstehen. Bei der Freiluftausstellung hat sich immerhin auch ein Käufer gefunden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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